Familie Ildau / Heilbrunn
Das Foto aus den 1930er Jahren zeigt Bertha (1911, später Behrens) und Käthe (1915, später Ildau) Heilbrunn in Hamburg, wo die Familie bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ihren Lebensmittelpunkt hatte. Die Eltern Rosa (geb. Rendsburg) und David Heilbrunn waren in der jüdischen Gemeinde Hamburg aktiv, die Familie lebte im Grindelviertel, einem Zentrum des jüdischen Lebens, nahe der Synagoge am Bornplatz, der Hauptsynagoge der Gemeinde.
Die ersten Fotos zeigen das Leben in Hamburg...
„The first association with Hamburg is of course, of our father and grandparents.“
(Laurie und Karen Ildau über ihre familiären Verbindungen zu Hamburg, 2025)
Flucht und Neuanfang
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann eine Zeit zunehmender Verfolgung. Käthe Heilbrunn, die inzwischen Felix Ildau geheiratet hatte, gelang mit ihrer Familie die Flucht über Großbritannien in die USA, wo sie sich in North Bergen, New Jersey, eine neue Existenz aufbauten. Ihr Sohn Dieter Michael Ildau (1938), auch Peter genannt, konnte dort 1951 seine Bar Mitzwah feiern. Käthe Heilbrunns Schwester Bertha konnte mit ihrem Ehemann Armin Behrends nach New York flüchten, wo sie zwei Töchter, Miriam (später Lasker) und Jane (später Kolb) bekamen. Beide gründeten Familien, die bis heute in New York leben.
Peter Ildaus Bar Mitzwah, Tempel Beth-El in North Bergen / New Jersey, 1951. Signatur PER00832
Käthe und Felix Ildau mit ihrem Sohn Dieter Michael (später: Peter) am Trafalgar Square in London, ca. 1946. Signatur PER00833
Bar Mitzwah Zertifikat von Peter Michael Ildau in North Bergen / New Jersey, 1951. Signatur PER00839
„For us, this project and all others you have allowed us to participate in means their lives are eternal. Their life was important, meaningful, and valuable within the whole history of Hamburg and of Germany. What they suffered was not in vain (although it certainly was). But more a lesson to all that come after. These are the people of Hamburg. We are the people of Hamburg.“
(Laurie und Karen Ildau über die Bedeutung des Erinnerungsprojekts für das Erinnern an ihre Familie und Hamburg, 2025)
Verfolgung und Erinnerung
Andere Familienmitglieder blieben in Hamburg. Sie wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rosa und David Heilbrunn wurden 1941 deportiert und in Minsk ermordet. Die Stolpersteine im Lehmweg im Hamburger Stadtteil Hoheluft zeugen vom Schicksal dieser Familienmitglieder.
Die Familie Heilbrunn steht exemplarisch für viele jüdische Familien Hamburgs, deren Leben durch den Nationalsozialismus zerstört wurde. Die Überlebenden der Familie schlugen an verschiedenen Orten der Welt neue Wurzeln und bewahren bis heute die Geschichte der Familie. Orte, wie zum Beispiel die Bornplatz Synagoge, die durch die NS-Behörden zerstört wurde und damit verschwunden ist, heute aber wieder in der Diskussion für einen Wiederaufbau ist, blieben zentral im familiären Gedächtnis.
Die Fotos stammen aus dem Familienarchiv Laurie und Karen Ildau und sind Teil des Publikationsprojekts „Visualizing the Past — Creating the Future: Familienfotos - Familiengeschichten“.