Familie Friedberger / Franck

Erwachsene mit Kinder draußen stehend

Auf dem Foto sind Erich und Henriette (Nettie) Friedberger mit ihren Kindern, Gerhard (1921, später Gerald) und Vera (1925), zusammen mit dem Kindermädchen zu sehen. Die Familie Friedberger stammte ursprünglich aus Gießen. In Hamburg stieg Erich Friedberger zu einem angesehenen und erfolgreichen Geschäftsmann auf. Bereits 1920 hatte er Nettie Franck geheiratet und gemeinsam bekamen sie zwei Kinder.

Die ersten Fotos zeigen das Leben in Hamburg...

„Virtually everything I know about Hamburg either came from my mother or close family friends of her family or from generally available public sources. My mother had a comfortable and largely happy early childhood in Hamburg.“

(Tom Isenberg über seine Verbindung zu Hamburg, 2025)

Verfolgung, Deportation und Flucht

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschlechterte sich die Lebenssituation für die jüdische Familie zunehmend. Die Friedbergers sahen angesichts der zunehmenden Repressionen keine Zukunft mehr in Deutschland. 1938 floh die Familie nach Amsterdam, ein Jahr später wurde ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft „entzogen“. In den Niederlanden fanden sie zunächst Zuflucht bei der befreundeten Familie Vietor. Trotz der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs (ab 1940) zeigte die nicht jüdische Familie Vietor großen Mut, indem sie die Friedbergers unterstützte und wertvolle persönliche Erinnerungsstücke für sie bewahrte. 


1943 wurden Erich und Nettie Friedberger ins Lager Westerbork und von dort weiter in das Konzentrationslager Bergen-Belsen, nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Erich Friedberger kam 1944 in Theresienstadt ums Leben, Nettie Friedberger wurde 1944 in Auschwitz ermordet. Gerhard Friedberger wurde ebenfalls verschleppt, u.a. nach Westerbork, Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Buchenwald, wo er 1945 von US-Truppen befreit wurde. Nach 1945 schloss er seine Lehre in den Niederlanden ab und emigrierte 1949 in die USA.

Auch Vera Friedberger wurde deportiert, u.a. nach Westerbork, Theresienstadt, Auschwitz, Flossenbürg, sowie erneut Theresienstadt, wo sie von der Roten Armee befreit wurde.

Neuanfänge und Familienleben in den USA

Vera Friedberger kehrte in die Niederlande zurück und emigrierte 1947 in die USA. Dort heiratete sie 1949 Ernest Isenberg und gründete mit ihm eine Familie.

 

Portraitaufnahme eines Ehepaars

Ernest und Vera Isenberg (geb. Friedberger), ca. 1990er Jahre. Signatur PER00845

Zertifikat einer Frau

Vera Isenbergs (geb. Friedberger) US-amerikanische Einbürgerungsurkunde, Kansas City / USA, 1951. Signatur PER00844

mehrere Personen stehend

Vera Isenberg (geb. Friedberger) an ihrem 80. Geburtstag, 2005. Signatur PER00848

Erinnerung

mehrere Personen an einem Tisch sitzend und stehend

Familientreffen mit Familienfreunden. Signatur PER00841

 

Bis heute engagiert sich die Familie Isenberg für die Bewahrung der Erinnerung an die Geschichte der Friedbergers, einer deutsch-jüdischen Familie, deren Geschichte von Flucht, Verlust und Neuanfang geprägt ist.

„This project is all part of your society's effort for Never Again.“

(Tom Isenberg über das Erinnerungsprojekt, 2025)

 

 

 

Die Fotos stammen aus dem Familienarchiv Tom Isenberg und sind Teil des PublikationsprojektesVisualizing the Past – Creating the Future: Familienfotos – Familiengeschichten“.