Familie Franck

Portraitaufnahme eines Mannes

Hermann Franck wurde am 23. Mai 1875 in Hamburg geboren. Seine Eltern waren Moritz Franck und Hannchen Franck (geb. Klingenstein). Hermann Franck heiratete Martha Franck (geb. Jacobsohn, 1872) und zusammen bekamen sie zwei Kinder, zum einen Kurt Moritz Franck geboren am 26. Februar 1905 und zum anderen Kate August Franck geboren am 14. Oktober 1908. Während des Ersten Weltkriegs diente er im kaiserlichen Heer. 1919 erkrankte Martha Franck an Influenza und verstarb. Hermann Franck heiratete hierauf erneut, nun Martha Franck (geb. Grübel, 1890), die mit ihm in die Feßlerstrasse 2 in Barmbek-Süd zog und dort mit ihm ein Leben aufbaute.

Die ersten Fotos zeigen das Leben in Hamburg...

Verfolgung und Flucht

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme erlebte die Familie Franck die NS-Ausgrenzungs und Verfolgungsmaßnahmen. Die Frage nach dem „Gehen oder Bleiben“ beantworteten die Familienmitglieder unterschiedlich: Kurt Moritz Franck, der am 1. Mai 1935 Irma Andorn (geb. 1910 in Gemünden/Wohra – Landkreis Waldeck Frankenberg) heiratete und mit ihr einen Sohn, Wolfgang Franck (1936), bekam, bemühte sich um eine Auswanderung in die USA. 1938 konnten er und seine Familie aus NS-Deutschland fliehen. Kate August Franck, die 1933 Werner Stark, einen Mitstudenten aus ihrer Zeit an der Universität Hamburg, geheiratet hatte, war bereits in die Tschechoslowakei (Prag) gegangen, da ihr Mann aus dem sogenannten Sudentenland stammte. Sie bemühten sich zwischen 1938 und 1939 um eine Auswanderung nach Großbritannien, was auch gelang.

„The very few stories about life in Hamburg under the Nazis told by my parents (they wanted to be Americans from day they got off the boat so they didn't reminisce about the ‚golden times before Hitler‘): my mother said that she was unable to take me to the local park there because Jews were forbidden to use the park. My father said his decision to emigrate came when he had been a football player for a local club in Wansbek or Barmbek (he never mentioned the name of the club) and the team manager said ‚Kurt, you can't play for the team anymore‘. This must have been in the mid-30’s. We were lucky that it was at a time when visas and quota numbers were not difficult to obtain. A few years later, my grandmother (my mother's mother) was able to get a visa, but there was a long waiting list for a quota number from the US government. Therefore, she was deported (from Kassel) to Theresienstadt and died there.“

(Richard Wolfgang Franck über die familiären Wurzeln in Hamburg, 2025)

Schicksal von Hermann und Martha Franck

Die Eltern von Kurt und Kate, Hermann und Martha Franck, blieben hingegen in Hamburg und erlebten, wie die NS-Ausgrenzungsmaßnahmen zunahmen. Ihre Wohnung wurde zwangsgeräumt und sie mussten 1937 in die Heidestraße 20 und später in den Isekai 18 umziehen. Mit dem Hamburger Theresienstadt-Transport am 19. Juli 1942 wurden sowohl Hermann als auch Martha Franck zusammen mit 766 weiteren Personen aus Norddeutschland deportiert. Hermann Franck verstarb im Ghetto Theresienstadt bereits am 10. Januar 1943, wohingegen Martha Franck mit einem weiteren Transport (Transport Ep, no. 1337) am 9. Oktober 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort am gleichen Tag ermordet wurde. Auch andere Verwandte wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und ermordet.

„Hamburg is the city where my grandfather Hermann was forced to give up his apartment, then deported to Theresienstadt, where he died.“

(Richard Wolfgang Franck über Herkunft und Verlust, 2025)

Neuanfang und Erinnerung

mehrere Personen sitzend auf einer Treppe

Irma, Kurt und Wolfgang Franck auf der Britannic im September 1938. Signatur PER00894

 

Kurt Moritz und Irma Franck, die 1938 auf der Britannic aus Deutschland fliehen konnten, bauten in Springfield, Mass./USA ein neues Leben auf. Beide setzten sich immer wieder mit den schmerzhaften Erinnerungen auseinander. Kurt Moritz Franck verstarb 1971 und Irma Franck 1979.

Ihr Sohn Wolfgang Franck änderte in den USA seinen Namen in Richard Wolfgang Franck und bewahrt bis heute die reichhaltige Geschichte seiner Familie.

Die Fotos stammen aus dem Familienarchiv Familienarchiv Richard Wolfgang Franck und sind Teil des PublikationsprojektesVisualizing the Past – Creating the Future: Familienfotos – Familiengeschichten“.